Morgenroutine vor dem Fastenbrechen
Heute ist es so weit: Nach acht Tagen Fasten werde ich zum ersten Mal wieder feste Nahrung zu mir nehmen. Da ich heute nicht unterwegs bin, zelebriere ich das Fastenbrechen zu Hause – in meiner frisch aufgeräumten Wohnung.
Natürlich erst nach der obligatorischen Morgenbewegung. Diese Routine ist mir während der Fastenzeit sehr wichtig geworden. Ohne Bewegung geht es für mich nicht in den Tag.
Zum Glück habe ich viele Möglichkeiten:
- Qigong, wenn wenig Zeit ist
- Yoga, wenn ich mich träge fühle
- Fitnessübungen, wenn ich Stabilität brauche
- Joggen, wenn ich meinen Gedanken Raum geben möchte
Neu entdeckt habe ich außerdem ein Tai-Chi-Workout. Es ist wunderbar für Geschmeidigkeit und Balance – von der Intensität her würde ich es zwischen Yoga und Fitness einordnen.
Das Fastenbrechen mit dem Apfel
Nun aber zum Höhepunkt des Tages: dem Apfel zum Fastenbrechen.
Ich decke den Tisch bewusst schön: Blumen, Kerzen, Teller und Serviette; eine kleine Zeremonie. Handy und Tablet bleiben weit weg. Ich betrachte den Apfel lange, spüre seine Form und die glatte Schale. Ich rieche daran. Dann nehme ich mit geschlossenen Augen einen kleinen Bissen und kaue langsam.
Auch diesmal spüre ich einen Moment Wehmut. Eigentlich hätte ich noch weiter fasten können. Gleichzeitig bin ich bereit für einen Neuanfang. Ohne Ende keinen Anfang – so ist das im Leben.
Der Apfel schmeckt großartig. Ein Gefühl von Dankbarkeit breitet sich aus.
Mein persönliches Ritual zum Abendessen
Zum Abendessen „oute“ ich mich ein wenig. Nach Lehrbuch wird am Tag des Fastenbrechens meist gekochtes Gemüse empfohlen – aus gutem Grund. Seit 2010 beende ich diesen Tag jedoch mit einem Rohkostteller. Ich liebe es einfach.
Diese Tradition habe ich im Hotel Ritschlay kennengelernt. Dort habe ich das Fasten für mich entdeckt – und mittlerweile darf ich dort sogar Fastenwandergruppen begleiten. Die Rohkostteller dort sind legendär, besonders mit den Soßen nach Familienrezept. Das Foto oben zeigt einen dieser Teller.
Ganz so perfekt bekomme ich das zu Hause nicht hin, aber immer sehr lecker.
Mein Verdauungssystem bekommt mit der Rohkost zwar sofort einiges zu tun. Der Vorteil ist jedoch: Ich bin gezwungen, sehr gründlich zu kauen – und esse dadurch automatisch viel achtsamer.

